Stellungnahme FÜR eine Umbenennung in „Lange Straße“
- Ein Straße nach einer Person zu benennen ist eine Ehrenbezeugung Diese Person sollte für alle ein Vorbild sein können. Hindenburg eignet sich nicht als Vorbild.
- Hindenburg war kein Demokrat Als Offizier (schon vor dem 1.Weltkrieg) galt für ihn nur das Prinzip „Befehl und Gehorsam“. Demokratie und Bürgerbeteiligung waren ihm ein Dorn im Auge. Ausdruck seiner anti-demokratischen Gesinnung ist sein Ausspruch „...dass jetzt ein für allemal mit der Wählerei Schluß sei“.
- Hindenburg war ein Militarist Während des 1. Weltkrieges setzte sich Hindenburg als Oberste Heeresleitung für die Ausweitung der Kriegsführung auf den U-Boot-Krieg ein. Dies provozierte den Kriegseintritt der USA, was die Niederlage Deutschlands einleitete.
- Hindenburg war nicht der herausragende General im 1. Weltkrieg Hindenburg zehrt bis heute von seinem Ruhm als „Sieger von Tannenberg“. Bei der Entstehung dieses Mythos wirkte er selbst tatkräftig mit, indem er die Erfolge des Strategen Ludendorff für sich reklamierte. Schon im Krieg nutzt er diesen (unverdienten) Ruhm, um einen Verständigungsfrieden zu verhindern. Als die Militärführung später den Krieg verloren geben musste, hielt er sich persönlich heraus, ließ andere auftreten, um später der Heimat die Schuld an der Niederlage zu geben (Dolchstoßlegende).
- Welche Gründe führten zur Straßenbenennung nach Hindenburg? Die Lange Straße wurde auf Antrag der Oldesloer NSDAP-Fraktion nach Hindenburg umbenannt, weil er „…durch seinen großherzigen Entschluß vom 30. Januar 1933 die Vereinigung aller national gestimmten Deutschen schuf“ (gemeint ist die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler).
- Warum erst 70 Jahre nach Kriegsende die Umbenennung? Bereits Ende der 80er Jahre scheiterte ein Antrag auf Umbenennung an der fehlenden Mehrheit in der Stadtvertretung. Die Gründe sind bis heute geblieben. Hindenburgs Unterschrift unter Hitlers „Ermächtigungsgesetz“ machte den Weg frei für die brutale Diktatur der NSDAP. Die „besonderen Verdienste“, die 1933 der Anlass für die Umbenennung der Lange Straße waren, führten in eine deutsche, europäische und weltweite Katastrophe, den 2. Weltkrieg. Die Zeit ist überreif, zur historischen Straßenbezeichnung zurückzukehren.
- Wird Geschichte verdrängt, wenn Hindenburg aus dem Stadtbild getilgt wird? Nein, im Gegenteil. Der Straßenname „Langestraße“ hat eine jahrhundertealte Tradition, die wiederbelebt wird. Die Auseinandersetzung mit Geschichte muss auf anderem Wege stattfinden als durch einen Straßennamen. Den Hitler-Platz gibt es ja auch nicht mehr.
- Entstehen unzumutbare Kosten durch eine Umbenennung? Nein. Die Stadt übernimmt Kosten (bei Anwohner/-innen für einen neuen Personalausweis, für Geschäftsleute ist die Adressänderung z.B. beim Amtsgericht kostenfrei.) Die Benachrichtigung der Geschäftspartner über die Adressänderung ist mit einfachen, schnellen und kostenfreien Maßnahmen möglich. Verträge müssen nicht angepasst werden!
- Entscheidung für oder gegen Hindenburg! Selbst Menschen, die gegen die Umbenennung argumentieren, würden heute keine Straße nach Hindenburg benennen - weil sein Wirken und Handeln sehr kritisch zu bewerten ist. Denn die Ansicht, Hindenburg wäre 1933 schon senil gewesen und von Beratern manipuliert worden, ist wissenschaftlich widerlegt.
- Durch den Bürgerentscheid haben Sie die Möglichkeit, Hindenburg (weiterhin) zu ehren oder aber ihm die Ehre einer Straßenbenennung zu entziehen!
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